• «Thurgau braucht keine Wohnquote»

«Thurgau braucht keine Wohnquote»

14.01.2020

Der Hauseigentümerverband (HEV) Thurgau lehnt die Mieterverbandsinitiative ab. Eine Quote für mehr gemeinnützige Wohnungen sei unnötig und fördere lediglich die Bürokratie, betont Präsident Gallus Müller.

Am 9. Februar kommt die «Mieterverbandsinitiative» zur Abstimmung. Der Schweizerische Mieterverband fordert, dass mindestens zehn Prozent der neugebauten Wohnungen im Besitz von Genossenschaften des gemeinnützigen Wohnungsbaus sind. «Erschwinglicher Wohnraum ist ein wichtiges Anliegen», sagt Gallus Müller, Präsident des HEV Thurgau. «Eine staatliche Wohnquote ist aber schlicht unnötig.»

Gerade im ländlichen Thurgau sei die Nachfrage nach Genossenschaftswohnungen gar nicht gross genug, um eine starre Quote zu rechtfertigen. Die Folge wäre noch mehr Bürokratie bei Bauprojekten. «Zudem stehen in der ganzen Schweiz so viele Wohnungen leer wie seit 20 Jahren nicht mehr. Und der Thurgau liegt deutlich über dem Schnitt», gibt Werner Fleischmann, Vizepräsident des HEV Thurgau zu bedenken. Die Initiative geht sogar so weit, dass Kantone und Gemeinden ein Vorkaufsrecht für Grundstücke erhalten sollen, die sich für den gemeinnützigen Wohnungsbau eignen. «Diese Forderung greift tief in die marktwirtschaftliche Freiheit und die Eigentumsgarantie ein», betont Thomas Dufner, Geschäftsführer des HEV Thurgau.

Schon heute werde der gemeinnützige Wohnungsbau mit einem Fonds aktiv gefördert. Wenn die Initiative abgelehnt werde, werde dieser Fonds gemäss Parlamentsbeschluss um weitere 250 Millionen Franken erhöht, betont Dufner: «Dadurch kann der gemeinnützige Wohnungsbau gezielt dort gefördert werden, wo es nötig und sinnvoll ist.»

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Bildlegende:
Möchten übermässige staatliche Eingriffe beim Wohnungsbau verhindern: HEV Thurgau-Vizepräsident Werner Fleischmann, Präsident Gallus Müller und Geschäftsführer Thomas Dufner.