• Eigenmietwert und Zersiedelung

Eigenmietwert und Zersiedelung

16.01.2019

Der HEV Hinterthurgau besuchte mit einer neunköpfigen Delegation die Präsidentenkonferenz im Swissôtel Zürich-Oerlikon. Im Zentrum der Podiumsdiskussion stand die Abschffung des Eigenmietwerts.

Zersiedelungsinitiative
Der neue HEV-Schweiz Direktor Markus Meier begrüsste die zahlreich erschienenen HEV-Präsidenten, Parlamentarier, Geschäftsstellenleiter und Gäste. Nationalrat Hans Egloff (Präsident HEV Schweiz) betonte in seinem Referat unter anderem, dass die «Zersiedelungsinitiative» der jungen Grünen und die Initiative „Mehr bezahlbare Wohnungen“ vom Vorstand des HEV Schweiz abgelehnt wird. Auch der Vorstand vom HEV Hinterthurgau ist der Meinung, dass die radikale Initiative der jungen Grünen die Fortschritte des Raumplanungsgesetzes aus dem Jahr 2014 ignoriert. Es wäre sinnvoller die Kompetenzen föderalistischer zu verteilen zu Gunsten der kommunalen Behörden. Insbesondere in Dorfkernen gibt es Liegenschaften an Standorten deren Potenzial besser ausgenutzt werden können. Diese Möglichkeit der „Baulandbeschaffung“ ist zu forcieren. Weitere Einzonungen werden mittelfristig nicht notwendig sein.

Mehr bezahlbare Wohnungen
Die Initiative des Mieterverbandes will Bund und Kantone verpflichten preisgünstigen Wohnungsbau zu fördern. Der HEV Hinterthurgau ist der Ansicht, dass es nicht zweckmässig ist über den Bund und die Kantone die Mieten zu subventionieren. In der aktuellen Situation wo eher die hohen Leerstände Sorgen machen, gibt es sowieso keinen Leidensdruck. Ein Grossteil der Haus- und Wohnungseigentümerinnen und Eigentümer konnten sich ihr Eigentum nach einer Sparphase leisten. Sparen heisst auf Konsum zu verzichten. Es wäre somit nicht angebracht die sparsame Bevölkerung die sich nach Jahren des Verzichts ein Eigenheim leisten kann indirekt zu bestrafen, indem anderen Bevölkerungsteilen günstige Wohnungen angeboten werden.

Eigenmietwert
Die Eckpunkte des Systemwechsels präsentieren sich wie folgt:

  • Kein Eigenmietwert bei selbstbewohntem Wohneigentum am Hauptwohnsitz
  • Keine Abzüge für Unterhaltskosten / Versicherungsprämien / Verwaltungskosten bei selbstgenutztem Wohneigentum am Hauptwohnsitz
  • Kein Abzug von Hypothekarzinsen bei selbstgenutztem Wohneigentum am Hauptwohnsitz
  • Keine Abzüge für Energiesparmassnahmen, Denkmalpflege und Umweltschutz auf Bundesebene bei selbstgenutztem Wohneigentum am Hauptwohnsitz
  • Eventuell kantonale Abzüge für energetische Sanierungen, Denkmalpflege und Umweltschutz
  • Beibehaltung des privaten Schuldzinsabzugs im Zusammenhang mit weiterhin steuerbaren Vermögensträgern
  • Zeitlich und betragsmässig begrenzter Schuldzinsabzug für Ersterwerber von selbstgenutztem Wohneigentum am Hauptwohnsitz

Ob und wie die einzelnen Punkte noch angepasst werden, wird wohl erst die detaillierte Gesetzesvorlage aufzeigen. Klar ist, dass diverse grosse Interessengruppen mitsprechen. Namentlich die Banken, welche aufgrund des fehlenden Schuldzinsabzuges wohl auf der Aktiv- und Passivseite Volumina verlieren würden. Ebenfalls die Gewerbetreibenden, welche weniger Unterhaltsarbeiten von privaten Hausbesitzern befürchten.

gw/09.12.18