• Engagiert für die Abschaffung des Eigenmietwertes

Engagiert für die Abschaffung des Eigenmietwertes

01.11.2016     Niklaus Jung

Der Hauseigentümerverband Hinterthurgau will seine Dienstleistungen für Hauseigentümer verstärken.

Der neu zusammengesetzte Vorstand des Hauseigentümerverbands Hinterthurgau setzt Akzente im Einsatz für seine Mitglieder. An der Medieninformation vom Donnerstag konnte die über Erwarten hohe Zahl Unterschriften für die Petition "Abschaffung des Eigenmietwertes" vorgestellt werden. In der Zukunft will der aus 10 Personen aus verschiedenen Fachgebieten zusammengesetzte Vorstand die Beratungsdienstleistungen deutlich ausbauen, so auch im Bereich "Verdichtetes Bauen und Anwendung des neuen Baugesetzes.

Dem Vorstand des Hinterthurgauer Hauseigentümerverbands unter dem Vorsitz von Matthias Erne geht es darum, in erster Linie Probleme zu schlichten und zu lösen, bevor sie eskalieren. Bereits grosse Früchte ihres Engagement hat die Unterschriftensammlung für die Abschaffung des Eigenmietwertes für Hauseigentümer gebracht. Die Vorteile beim verdichteten Bauen will der Vorstand mit aktiver Beratung bekannt machen.

Stärkste Sektion im Thurgau
HTG-Präsident Matthias Erne zeigte sich stolz darüber, mit den 3'112 Mitgliedern als stärkste der 12 Thurgauer Sektionen auftreten zu können. Zur Erreichung seiner Ziele führt der Verband eine eigene Geschäftsstelle. Themen sind nach Erne Stellungnahmen und Vorstösse zu öffentlichen, politischen und rechtlichen Fragen. Grundsatzaufgaben seien natürlicherweise die Beratung und Information der Verbandsmitglieder in allen Haus- Grund- und Stockwerkeigentumsfragen. .

Engagement für die Abschaffung des Eigenmietwertes
Vizepräsidentin Angela Haltiner informierte über die überaus erfolgreiche Unterschriftensammlung zur Abschaffung des Eigenmietwertes für Hauseigentümer. Die schweizweit geführte Unterschriftensammlung läuft noch bis Ende Oktober, bis zur Einreichung auf dem Bundesplatz in Bern im November. Die allein im Raum Hinterthurgau gesammelten 1'645 Unterschriften hätten die Erwartungen weit übertroffen. Sie dürften sich im Vergleich mit anderen Sektionen problemlos messen lassen.

Die seit dem Sommer laufende nationale Unterschriftensammlung für eine Petition zur Abschaffung des Eigenmietwertes gilt der Bekämpfung eines sozialpolitischen Fremdkörpers wie es Haltiner nannte. Alle Nachbarländer kennten keine solche steuerpolitische Belastung. Die Petition mit den Unterschriften aus den schweizweit 122 Sektionen soll beim Bundesparlament Schritte auslösen, sich dem Thema anzunehmen.

Verdichtetes Bauen
Pascal Grob, Besitzer eines Atelier für Lebensraumgestaltung in Busswil, nimmt sich aktuell dem seit 2013 in Kraft gesetzten Baugesetz an. Das Thema "Verdichtetes Bauen" erfordere bei den Gemeinden eine Anpassung der Rahmennutzungs- und Sondernutzungspläne. Bevor diese Bereinigung nicht über eine Volksabstimmung genehmigt sei, könnten kaum Bewilligungen mit verdichtetem Bauen stattfinden.

Die hauptsächlichen Veränderungen sind nach Grob die Höhenmasse für Bauten, welche um einen Meter angehoben wurden. Weitergehend gilt bei der Ausnutzungsziffer neu die dreidimensionale Baumassenziffer. So zähle ein ausgebauter Bastelraum im Keller nicht mehr bei der Berechnung der Nutzungsziffer. Die erarbeiteten Beispiele ermöglichten ihm weiter, auch Gemeinden in diesen Fragen zu beraten.

Windenergie im Richtplan
Vom Hauseigentümerverband hätten sie beim Kanton eine Vernehmlassung eingereicht betreffend Distanzen von Windenergiekraftwerken zu Wohngebäuden. Die vorgesehene Distanz von 350 Meter zu bewohntem Gebiet befriedige grundsätzlich nicht. Wohnbauten verlieren nach Erne an Wert, nebst der Wohnqualität auch von der materiellen Seite her.

Sie verlangten in der Vernehmlassung, dass die ländlichen Gemeinden Braunau/Wuppenau, Eschlikon/Littenheid und Bichelsee/Fischingen nicht als Windpotentialgebiet im kantonalen Richtplan erscheinen. Die Abstände zu Wohngebieten seien von 350 auf neu 2'000 Meter zu erhöhen. Bekanntlich seien Windkraftwerke genauso eine Industrie wie Atomkraftwerke.

Matthias Erne wies abschliessend auf die breit abgestützten Kompetenzen innerhalb des erweiterten Vorstandes hin. Sie erhofften sich, dass auch die Gemeinden von den Erfahrungen des Verbandes Gebrauch machen werden. Sie wollten als fairer Mitspieler und engagierter Problemlöser mit Augenmass auftreten.